Kispiwo Live 2019 Mittwoch

Tag des vielen Singens – Mittwoch, 09.10.19
 
Beim Aufwachen zeigt der Blick aus dem Fenster, dass es heute wohl nur einmal regnen wird – nämlich durchgehend. Ob deshalb wohl die Stimmung anfangs der Morgendisco etwas lasch ist? Es dauert eine Weile bis die Kinder ihre verschlafenen Augen wegreiben und im Foyer des Korallenriffs tanzen und hüpfen. Die älteren Meeresbewohner stellen mit Erschrecken fest: Die Jungen kennen den berüchtigten Macarena-Tanz nicht! Dies muss sich ändern – einige der Älteren schliessen sich zusammen, um einen Plan auszuklügeln. In dieser Zeit geniessen die nun wachen Meeresbewohner einen gemeinsamen Zmorge, wie schon gestern. 
Die Gruppe Perläfächerhai hat sich danach ihre Neulinge geschnappt und innert weniger Minuten den Macarena-Tanz beigebracht; die Kinder sind sehr auffassungsfähig und haben die kurze Choreographie schnell im Griff – so wird fröhlich zur Melodie getanzt. Dabei gesellen sich immer mehr Mitglieder der anderen Gruppen dazu. Es lässt sich schnell erkennen, dass dieses Kulturgut nun der kommenden Generation weitergegeben worden ist.
Wenn nicht gerade fleissig getanzt wird, wenden sich die Meeresbewohner in ihren jeweiligen Gruppen anderen sozialisierenden Tätigkeiten zu. Beispielsweise dem Briefe schreiben für die anderen Korallenriffbewohner, oder dem Werwölflen, welches seit Jahrzehnten zur Jugendarbeits-Kultur gehört, oder weiteren Spielen. Die Witterung macht es uns allen tatsächlich unmöglich im Freien irgendwas zu unternehmen. Dafür ist es zu kalt, zu nass und zu windig. Deshalb finden die nachmittäglichen Ateliers im Korallenriff und auf der Veranda statt. Da es sich bei den vier Gruppen nämlich um neue Meerestiere handelt, gilt es herauszufinden, wer diese genau sind: Was essen sie? Wie leben sie? Woher kommen sie? Diesen Fragen will Octavius mit dem renommierten Doktor Professor Regebögler und dessen acht Studenten auf den wortwörtlichen Grund gehen. Dafür teilen sich die Gruppen auf vier Ateliers auf: Sie müssen Seegurken fangen, damit die Studenten erfassen können, ob sich die Gruppenmitglieder rivalisierend verhalten oder eher als Team zusammenarbeiten. Des Weiteren müssen sie Goldstücke aus dem Marianengraben schürfen, mit Kapla-Bausteinen ein Modell ihrer Heimat bauen und eine Tonfigur ihrer jeweiligen Gattung gestalten. 
Während Doktor Professor Regebögler all diese Notizen und Beobachtungen auswertet, versammeln sich alle wieder im Korallenriff. Dort wird ausgiebig gesungen; es scheint, als hätten alle neuen Gattungen eine besondere Vorliebe für Stimmbandakrobatik. Bald darauf folgt ein Highlight der Woche: Nämlich die heissgeliebte Fotzelschnitte zum Znacht. Gierig greifen Jung und Alt in die Schüsseln und bestreuen das Milch-Ei-Brat-Brot mit Zimt und Zucker sowie Apfelmus gleichermassen. Nachdem alle Bäuche mehr als voll sind, verschlägt es die Meeresbewohner schon bald zurück in das Schiffswrack, wo sie einmal mehr der Geschichte des Wassergeistes lauschen dürfen. Dabei wird ausserdem – was könnte es sonst sein – einmal mehr gemeinsam gesungen. Schlechtes Wetter fördert also offenbar die Lust und Freude am Singen, bevor es dann wieder ins Bett geht.